Kräftige Funkbelastung durch Navis
Alle Jahre wieder strahlen an Weihnachten nicht nur Kinderaugen - oft auch der Gabentisch.
Mit einem jährlichen Absatz von etwa 3 Millionen sind Navigationsgeräte derzeit besonders beliebt. Viele Geräte beziehen in die Routenplanung auch aktuelle Verkehrsinformationen ein. Diese können als klassische Rundfunk-Verkehrsnachrichten (TMC) oder moderne „Live-Dienste“ bezogen werden.

Für „Live-Navis“ werden unter anderem Daten aus den Mobilfunknetzen verarbeitet. Wo viele Handys kriechen oder stehen, ist eben ein Stau zu vermuten. Praktische Sache, doch wie kommen diese Informationen zum Navigationsgerät?
Die Antwort ist naheliegend: Alle paar Minuten erfolgt ein Datenaustausch zwischen Navi und dem Zentralrechner. Wer davon ausgeht, sein Gerät würde hierbei nur passiv empfangen, sieht sich getäuscht: Die Hersteller sind natürlich auch an den Bewegungsprofilen der Nutzer interessiert, daher enthalten diese „Live-Geräte“ veritable GSM-Sender in Handymanier.
Um die funktechnisch sehr dichte Hülle der Fahrgastzelle zu durchstrahlen wird dabei an Funkleistung nicht gespart: Mehrere Watt pro Quadratmeter Strahlungsdichte sind am Kopf des Fahrers keine Seltenheit. Für die Hersteller ist die Entwicklung strahlungsärmerer Geräte unwichtig, da die kräftige Autobatterie ja Leistungsreserven in Hülle und Fülle bietet.
Die Empfehlungen der Bundesärztekammer werden so locker um das tausendfache überschritten. Und der SAR-Wert? Fehlanzeige – schließlich gilt das Navi ja nicht als Mobiltelefon …
Weitgehend unbemerkt (auch von der kritischen Öffentlichkeit) haben so kräftige Dauersender in viele Autos Einzug gehalten. Wer aktuelle Verkehrsinformationen ohne ständige Funkbelastung erhalten möchte, sollte sich für TMC (Traffic Message Channel) und TMC Pro entscheiden. TMC-Meldungen werden über das Radio verteilt und vom Navigationsgerät passiv empfangen.
Zur Satellitennavigation selbst reicht ebenfalls ein reines Empfangsverhalten aus. Zur Positionsbestimmung genügen die schwachen Satellitensignale aus über 20.000 km Höhe.
Bei Kombigeräten mit aktiver Funkanwendung (z.B. WLAN, Bluetooth, Mobilfunk) ist hingegen Vorsicht geboten!
