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„Harmonisierung“ statt Ursachenbehebung

– das ist leider ein Dauerbrenner auch in unserem Sachverständigenbüro.

Unsere wichtigste Umwelt

Im Wohnumfeld überwiegen bei weitem die hausgemachten Belastungen.
Hier hat jeder große Handlungsspielräume um seine eigene Umwelt und die der Mitmenschen positiv zu verändern – ohne jeden Komfortverlust. Das mit großem Effekt, denn: Ein Drittel der Lebenszeit verbringen wir am Schlafplatz und ein weiteres Drittel in den angrenzenden Räumen.

Wunderglaube bei Technik fehl am Platz

Allzu bequem scheint die Anschaffung von Wunderkästchen, Aufklebern, Chips … mit denen angeblich jede nur denkbare Konstellation von Kiel bis Berchtesgaden zum Guten gewendet werden kann. Die Anbieter sprechen von Harmonisierung, Entstörung, Neutralisierung, Quantenphysik …
Achtung: Kein solches alternatives Schutz-Produkt weist physikalisch messbare Wirkungen auf – gleich ob gegen Elektrosmog, Erdstrahlen, Gifte, Radon!

Mich erinnert das an den mittelalterlichen Ablasshandel.

Keine Wirkung

Auszug aus dem Buch „Stress durch Strom und Strahlung“ von Wolfgang Maes:
„Der Medizin-Physiker Dr. Lebrecht von Klitzing experimentierte für den Öko-Test im Lübecker Universitätslabor mit dem EEG. Er fand im Einfluss von Handys und DECT-Schnurlostelefonen Hirnstromveränderungen, und zwar mit und ohne Entstöraufkleber oder -plakette. Also keinerlei ‚Neutralisierung der biologischen Wirkung‘.
Dr. von Klitzing hält solche Produkte deshalb für besonders problematisch, weil sie dazu verführen, sich kritischem Elektrosmog ungeschützt auszusetzen.“

Genau so sehe ich das auch.

Irreführende Werbung

Perfiderweise zitieren Anbieter zweifelhafter Dinge gerne ausgerechnet Wolfgang Maes, um einen seriösen Anstrich zu erhalten. Das funktioniert leider allzu oft. So zeigte mir kürzlich eine Kundin ein Infoblatt, wo Werbung für Harmonisierung mit Zitaten von Maes vermischt war.
Dadurch überzeugt hat sie Harmonisierungs-Chips eingekauft und auch gleich eine Zeitschrift abonniert, die sie seither stetig mit neuen Ängsten und Verschwörungstheorien versorgt.

Dabei wäre weniger Funksmog doch so simpel: Einfach mal das Handy in den Flugmodus schalten – Mensch und Bankkonto werden es danken!

Sogar gegen Radioaktivität???

Hier ein paar Auszüge aus einer Werbung für ein fragwürdiges Produkt – beachten Sie das Hersteller-Sternchen! Damit hält sich der Anbieter das rechtliche Hintertürchen offen, indem er im Kleingedruckten gleich selber zugibt, dass seine Methode haltlos ist …

„Die Radioaktivität verliert dabei (messbar!) ihre Schädlichkeit. – Die Belastung durch Strahlung wird wesentlich reduziert.(*)

Die mit Siliziumdioxid-Granulat gefüllten Glasstäbe senken die Wellenlänge radioaktiver Strahlung auf das Niveau von Kohlen-/Wasserstoff.(*) Vereinfacht ausgedrückt werden die Schwingungsfrequenzen radioaktiver Isotope durch die Übertragung von Informationen auf ein körperverträgliches Maß reduziert.(*)

(*) Hinweis um (vorbeugend) Rechtsstreitigkeiten zu verhindern:
Einer Empfehlung folgend weisen wir darauf hin, dass das …
Verfahren wissenschaftlich noch nicht gesichert anerkannt ist…
Die von uns beschriebenen Wirkungen … werden derzeit
nicht als gesichert betrachtet und bleiben daher vorerst fachlich umstritten…“

Auch ein medizinisches Gutachten darf nicht fehlen – darin wird festgestellt, das Produkt würde „niedrig dosierte natürliche Radioaktivität … harmonisieren“ und auch Radon solle „ohne Einverleibung – ebenfalls positiv beinflusst werden.“

Nun ist ja bei Radon gerade die „Einverleibung“, nämlich die Einatmung das Problem. Das teure Produkt hilft also nur dann, wenn ohnehin kein Risiko vorliegt. Das nutzt nur einem: Dem Verkäufer!

Bleiben Sie kritisch und gesund, vermeiden Sie Risiken. Alles Gute – Ihr Baubiologe Stephan Streil

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