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Schadstoffe, wie Asbest, Holzschutzmittel, PCB … sind ein Problem für die Wohngesundheit und den kontrollierten Rückbau. Diese Gebäudealtlasten stecken in manchem Altbau und können die Sanierung zur bösen Überraschung machen. Mit unsererer Liste können Sie schädliche Baustoffe erkennen und erste Hilfestellung für ein Schadstoffkataster bekommen.

Außenwände

An Außenwandmaterialien können aufgrund beschädigter Fassadenverkleidungen, Rissen in Putz oder Mauerwerk, fehlerhaften Fensteranschlüssen etc. Durchfeuchtungen auftreten, die als grüne oder braune Verfärbungen oder als weiße Salzausblühungen zu erkennen sind. Folge ist häufig Schimmelpilzwachstum im Innenraum. Vor allen Dingen, wenn dort Möbel oder Verkleidungen die Luftzirkulation verhindern.

 Außenwandfassaden

An Fassaden wurden in den 1950er bis 1970er Jahren eine ganze Reihe unterschiedlicher Produkte verbaut, die belastet sein können:

  • Asbest bei Fassadenplatten
  • Holzschutzmittel bei lasierten Holzverschalungen
  • Mineralwolle der alten Generation
  • PCB-haltige Dichtmassen

Balkone

In der Regel wurden Balkone im Zeitraum von 1950 bis 1975 in Form einer verlängerten Stahlbetonplatte errichtet. Die Betonplatte steht dabei in direktem Kontakt zur innenliegenden Stahlbetondecke und ist damit eine großflächige Wärmebrücke. Bei Modernisierungsarbeiten sollten auch die Balkonplatten wärmegedämmt werden. Bei Balkonen aus dem genannten Zeitraum kommt es auch häufig zu Undichtigkeiten im Bereich der Anschlusspunkte zur Wand oder zu den Balkontüren. Folgende Schadstoffe bzw. schadstoffbelastete Bauteile können an Balkonen vorhanden sein:

  • Holzschutzmittel
  • Mineralwolle der alten Generation
  • Teer-/Bitumendachbahnen
  • Asbestfassadenplatten
  • PCB -haltige Dichtmassen

 Brandschutztüren

Gerade ältere Brandschutztüren – auch als Feuerschutztüren bekannt – können asbesthaltige Materialien enthalten. Es handelt sich dabei vorwiegend um Leichtbauplatten, Schnüre und Pappen. Alles schwachgebundene Asbestprodukte, die leicht Fasern an die Umgebung abgeben können. Zu erkennen, ob eine Brandschutztür Asbest enthält ist schwierig und kann häufig nicht festgestellt werden, ohne die Tür zu zerstören

Dach

Zu unterscheiden ist zwischen geneigten und flachen Dächern. Bei geneigten Konstruktionen können folgende Schadstoffe enthalten sein:

  • Asbestzement-Wellplatten
  • Mineralwolle der alten Generation
  • Holzschutzmittel in der Dachkonstruktion

Bei einem Flachdach oder sehr alten Steildächern können zusätzlich noch Teer-Dachbahnen PAK-haltig sein

Dachgeschoss-Ausbau

Bei ausgebauten Dachgeschossen kann es zu Feuchteschäden und dann zu Schimmelpilzwachstum kommen. In aller Regel handelt es sich um verdeckte Schimmelpilze. Kleinere Rissbildungen im Bereich der Raumkanten oder Öffnungen von Kabeldurchführungen können Hinweise auf einen vorliegenden Befall sein. Geruchsbelästigungen treten vor allen Dingen nach den ersten warmen Tagen des Jahres auf.

Dachpappe (siehe Dach)

Dämmstoffe (siehe Mineralwolle)

Elektro-Speicherheizgeräte

Neben der gefährlichen Mineralwolle alter Herstellungsart (Krebs erzeugend) können in erster Linie asbesthaltige Bauteile vorhanden sein.
Weiterer Schadstoff: PCB.

Fassadenplatten

Fassadenplatten können aus Asbestzement bestehen. Unbeschichtete Platten sind an ihrer zementgrauen Oberfläche zu erkennen, beschichtete, farbige Platten an den zementgrauen Schnittkanten. Ist das Produkt in einem guten Zustand, werden in der Regel keine Fasern freigesetzt. Asbestfreie Produkte sind oft an dem Kürzel AF zu erkennen sowie an ihrem Herstellungsdatum: Nach 1992 sollten nur noch asbestfreie Produkte verbaut worden sein.

Fensterbänke

Im Außen- und Innenbereich verwendete Fensterbänke können aus Asbestzement bestehen. Sie haben meistens eine zementgraue oder grauschwarze Farbe. Bei intakten Fensterbänken ist nicht erkennbar, ob Asbest enthalten ist. Solange sie keine Beschädigungen aufweisen, besteht keine Sanierungsverpflichtung. Seit 1991 sollten nur noch asbestfreie Produkte verbaut werden.

Fliesenkleber

Fugenmassen

Seit den 1950er Jahren wurden Weichmacher für dauerelastische Fugenmassen eingesetzt. Einer dieser Weichmacher war PCB, hauptsächlich eingesetzt wurde er bei Anschlussfugen von Fensterbänken, Fenstern und Türen. Das bekannteste Produkt war Thiokol. Allerdings gab es Thiokol auch ohne PCB. Daher ist eine Analyse unumgänglich, um festzustellen, ob eine PCB-haltige Fugenmasse vorliegt.

Fußboden-Bauteile

Durchfeuchtete Fußböden und ihre Bauteile sind oft bedingt durch Leitungsschäden und fehlerhafte Bauteilanschlüsse. Schimmelpilzwachstum ist die Folge. Bei Verbundestrichen ohne Dämmschicht ist dies eher unwahrscheinlich. Bei verlegter Dämmung jedoch ist die Gefahr der Feuchtigkeitsaufnahme und damit einhergehend des Schimmelpilzwachstums wesentlich größer.

Fußböden

Neben PAK-haltigen Parkettklebern und Fußbodenplatten können vor allen Dingen asbesthaltige Beläge, wie die Floor-Flex-Fußbodenplatten oder die Cushion-Vinyl-Beläge zu einer Belastung der Gesundheit für die Bewohner werden. Besonders letztere sollten unverzüglich saniert werden, da sie ihre gefährlichen Fasern relativ leicht an die Umgebung abgeben können.

  • Asbest in Ausgleichs- und Spachtelmassen – siehe Nachtrag „neue Asbestfundstellen
  • Bei schwimmendem Estrich kann die gesamte Dämmung durchfeuchtet sein.

Heizkörper

In Heizkörpernischen kamen in den 1960er und 1970er Jahren häufig Asbestpappen zum Einsatz, die die Holzgitter der Nischen gegen Verformung durch die Wärme des Heizkörpers schützen sollten. Diese Pappen sind grauweiß und nur wenige Millimeter dick. An Bruch-, bzw. Schnittkanten sind die abstehenden Faserbüschel des Asbest oft gut zu erkennen. Asbestpappen gelten als sanierungspflichtige Produkte, da sie leicht Fasern an ihre Umgebung abgeben können

Heizungsanlagen

Ältere Heizungsanlagen bergen eine Menge an möglichen Schadstoffgefahren, wie Asbest in Form von Dichtungen, Schnüren, Kitten oder Pappen aber auch Mineralwolle alter Generation (krebserzeugend) zur Dämmung. Man muss bei alten Anlagen also genau hinschauen und sorgfältig prüfen und auch sanieren.

Holz-Bauteile

Ob Balkenkonstruktionen, Treppen, oder Paneel-Decken und -Wände: Grundsätzlich können mit Holzschutzmittel behandelte Hölzer gefährliche Schadstoffe enthalten. PCP und Lindan heißen die Übeltäter, weitere Schadstoffe können Dämmstoffe und Formaldehyd sein. Analysen sind sinnvoll und eine Sanierung kann die Belastung senken.

Kamine

Wie überall, wo Brandschutz wichtig ist, besteht hier verstärkter Asbestverdacht – insbesondere im Holz- und Leichtbau. Siehe auch „Heizkörper“.

Kellerwände

Kellerwände – aus Stahlbeton genauso wie aus Mauerwerk – weisen häufig Durchfeuchtungen auf. Infolgedessen können Salzausblühungen und Schimmelpilzwachstum auftreten. Durchfeuchtungen von außen werden oft erst wahrgenommen, wenn es an den Innenwänden oder an Gegenständen im Keller zu Schimmelpilzwachstum kommt.

Lüftungskanäle

Kanäle mit rechteckigem Querschnitt und zementgrauer Oberfläche bestehen allzu oft aus Asbestzement. Sie gelten zwar als nicht sanierungspflichtig, trotzdem ist Vorsicht geboten, da Fasern freigesetzt werden können. Wird saniert, sollten Fachleute an die Arbeit gehen.

Mineralwolle (KMF)

Mineralfaserprodukte fanden und finden im Baubereich umfangreiche Verwendung. Bei älteren Produkten (vor dem Jahr 2000) wurde eine krebserzeugende Wirkung festgestellt. Seit 1999 kennzeichnet das RAL-Gütezeichen 388 alle Mineralwolle-Dämmstoffe, die frei von Krebsverdacht sind. Arbeiten an den alten Mineralwollen dürfen nur von Fachunternehmen durchgeführt werden. Für Privatleute gilt: Hände weg!

Kondensatoren

PCB heißt der Schadstoff, der sich in Kondensatoren älterer Bauart (Herstellung vor 1984) befinden kann. Sie fanden in Leuchtstoffröhren Verwendung und sind oft an ihrem Durchmesser (10 cm) und Aufschriften wie CD, Cp, CPA u.ä. zu erkennen.

Steinholz-Estrich

Auch als Magnesia-Estrich bekannt, wurde dieser bis etwa 1960 im Wohnungsbau eingesetzt. Sowohl Nutz- als auch Tragschicht können asbesthaltig sein. Von intaktem Estrich geht in der Regel keine Gefahr aus. Bei Beschädigungen sollte unverzüglich saniert werden, da der Asbest dann als schwachgebunden gilt.

Teerasphalt-Estrich

Bis Mitte der 1960er Jahre kam er zum Einsatz. Die Gefahr, die von ihm ausgeht, heißt PAK. Oftmals vertrömt er einen starken Teergeruch, aber auch ohne einen solchen Geruch können diese Estriche PAK enthalten. Darum sollte immer eine Analyse erfolgen.

Wärmebrücken

Wärmebrücken sind Bereiche, die eine niedrigere Temperatur aufweisen als die benachbarten Bauteile, weswegen an diesen Stellen Kälte ins Haus kommen oder Wärme abfließen kann. Wärmebrücken liegen häufig bevorzugt dort, wo Decken auf dem Mauerwerk aufliegen oder Rollladenkästen eingebaut sind. Hier kann es leicht zum Niederschlag von Tauwasser und zu Schimmelbildung kommen.

Wasserleitungen

Trinkwasserleitungen können in älteren Gebäuden aus Blei bestehen und somit die Gesundheit der Nutzer gefährden. Durch Ausspülungen können sich immer wieder Ablagerungen lösen und vom Wasser aufgenommen werden. Bei Blei im Trinkwasser gilt: sanieren.

 

 

Nachtrag:

Ausgleichsmassen, Kleber, Putz, Spachtel

Erst seit wenigen Jahren sind „neue Asbestfundstellen“ bekannt: Vielen Putzen, Spachtelmassen, Klebern und Ausgleichsmassen wurde Asbest zugemischt. Zwar in relativ geringen Gehalten, aber bei staubender Bearbeitung können ebenso hohe Gefährdungen wie z.B. bei Bearbeitung von Asbestzement auftreten.

Beispiel Gipskartonspachtel: 5 Gramm Asbest pro Quadratmeter beim Anschleifen feinst in der Raumluft verteilt!
(bei 0,5 % Asbest in 1 mm Schichtdicke)

 

Quelle: APUG NRW mit vielen eigenen Ergänzungen © Baubiologie Streil

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