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Bei Schimmelschäden treten Bakterien häufig zusammen mit Schimmelpilzen auf. Bei Studien zu Feuchteschäden waren in lediglich ca. 15 % der Proben nur Pilze und keine Bakterien in auffälliger Konzentration nachweisbar. Nicht selten sind die Konzentrationen (in KBE/g) an Bakterien sogar höher als die der Schimmelpilze.
Bakterien können auch bei Feuchteschäden im Innenraum wachsen. Die meisten Bakterien benötigen allerdings eine höhere Feuchtigkeit zum Wachstum als Schimmelpilze. Häufig bei Feuchteschäden nachzuweisen sind Aktinomyzeten. Diese Bakterien bilden wie die Schimmelpilze Myzel und Sporen und wurden deshalb früher als Strahlenpilze (Actino = Strahl, mycetes = Pilze) bezeichnet. Einige Aktinomyzeten können einen starken Geruch produzieren (muffig, erdig, modrig). Das bei Feuchteschäden auf-tretende Artenspektrum und die gesundheitliche Bedeutung der Aktinomyzeten ist derzeit noch Gegenstand aktueller Forschungsarbeiten. Durch Sanierungsmaßnahmen bei denen Feuchte und Schimmelpilzbefall beseitigt werden, wird auch das Wachstum von Bakterien unterbunden.
Eine weitere Quelle für Bakterien können Luftbefeuchter, Zimmerspring¬brunnen sowie veraltete, schlecht gewartete Klimaanlagen mit integrier¬tem Umlaufsprühbefeuchter sein. In den wasserführenden Teilen können sich bestimmte Bakterien, z. B. Arten der Gattung Pseudomonas, sehr gut vermehren. In Schulen ist der Gebrauch derartiger Geräte allerdings in der Regel überflüssig, da bei den gewöhnlich stark genutzten Klassenräumen aufgrund der Feuchtigkeitsabgabe der Raumnutzer die Luftfeuchte in der Regel ausreichend hoch ist.
Quelle: UBA

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