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DINP

Diisononylphthalat

DiNP; Phthalsäurediisononylester; Formel: C6H4(COOC9H19)2 oder C26H42O4; CAS-Nummer: 28553-12-0 und 68515-48-0
Struktur von Diisononylphthalat

Quelle: PubChem

Gemisch organisch-chemischer Verbindungen aus der Gruppe der Phthalate, das vor allem als Weichmacher dient und zunehmend anstelle von DEHP eingesetzt wird

Diisononylphthalat (DiNP) bezeichnet eine Gruppe mehrerer Produkte, die durch Umsetzung von Phthalsäure mit Isononylalkohol entstehen und leicht unterschiedlich verzweigte Alkoholgruppen aufweisen. DiNP 1 (CAS 68515-48-0) wird durch die sogenannte Polygas-Technologie hergestellt und enthält etwa gleiche Anteile von 3,4-, 4,6-, 3,6-, 3,5-, 4,5-, und 5,6-Dimethylheptanol-1. DiNP 2 (CAS 28553-12-0) basiert auf n-Buten und sein Alkoholanteil besteht hauptsächlich aus alkylsubstitutieren Octanolen, Heptanolen und Hexanolen. Die Wirkprofile und das toxikologische Verhalten der verschiedenen DiNP gleichen sich, sodass sie regulatorisch gleich behandelt werden.

DiNP dient als Weichmacher vor allem für PVC (z.B. in Boden- und Wandbelägen, Teppichböden, Schuhsohlen, Rohren, Kabeln, Vinylhandschuhen), findet sich aber auch in Gummi, Dispersionen, Farben, Lacken, Dichtmitteln, Klebstoffen und Verpackungen. Es wird zunehmend als Ersatzstoff für DEHP (Diethylhexylphthalat) verwendet.
DiNP ist in der Kunststoffmatrix nicht fest gebunden und kann ausdünsten und bei Kontakt mit Flüssigkeiten und Fetten herausgelöst werden. In der Umwelt wird es schnell abgebaut. DiNP besitzt ein relativ hohes Bioakkumulationspotenzial.
Im Tierversuch ist DiNP chronisch toxisch. Auch Reproduktionstoxizität kann nicht ausgeschlossen werden. Obwohl keine Hinweise auf akute Gefährdungen durch DINP beim Menschen vorliegen, darf Diisononylphthalat vorsorglich nicht in Kinderspielzeug eingesetzt werden

Quelle: Umweltprobenbank des Bundes

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