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Eigentlich handelt es sich um eine Kurzbezeichnung für Verbindungen, die sich ihrer Struktur nach von Dioxan (auch Diethylcycloether; systematischer Name: Dioxa-Cyclohexan) herleiten lassen, einer heterozyklischen Verbindung (Kohlenwasserstoffe). Nach der MAK-Werteliste gehört Dioxan zu den „Arbeitsstoffen mit begründetem Verdacht auf krebserzeugendes Potential“ (MAK III B). Im allgemeinen Sprachgebrauch steht Dioxin jedoch für eine ganze Anzahl ähnlicher Verbindungen, die Chlor, Brom, Fluor (Halogene) oder auch Aminogruppen (Amino) enthalten: Dibenzodioxine, Dibenzofurane, Biphenyle, Naphthaline, Anthracene, Azobenzole… Insgesamt gibt es (rein rechnerisch) einige Tausend solcher „Dioxine“. Allein die von den chlorierten Dibenzodioxinen nach Anzahl und Stellung der Chloratome 75 verschiedenen Verbindungen, bei den chlorierten Dibenzofuranen 135. Alle werden als mehr oder weniger giftig, auch krebsauslösend, keim- oder erbgutschädigend eingeschätzt. Untersucht sind bisher die wenigsten. Am ehesten noch das als „Sevesogift“ berüchtigt gewordene 2,3,7,8-Tretrachlor-dibenzo-para-dioxin (2,3,7,8-TCCD). Seines extremen Schadenspotentials wegen gilt es inzwischen als Maßstab für die Gifigkeit anderer Substanzen. „Dioxine“ entstehen überall, wo organische Substanzen zusammen mit halogenhaltigen Stoffen (und sei es nur Kochsalz) verbrannt werden oder wo Halogene an organisch-chemischen Produktionsprozessen beteiligt sind. In Gegenwart von Kalk oder kalkhaltigen Produkten (z.B. Zement) können Dioxine auch bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen entstehen, wie sie gelegentlich auch in Mülldeponien entwickelt werden. Hauptquellen von Dioxinen sind Müllverbrennungsanlagen, Klärschlämme, industrielle Werksdeponien. Im Brandfall ergibt das immer Dioxine.
Quelle: www.baubiologie.net

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