« zurück zum Glossar Baubiologie

Formaldehyd ist eine gasförmige, organische Verbindung, die in der Natur u. a. bei der unvollständigen Verbrennung von kohlenstoffhaltigem Material entstehen kann. Es gibt auch einige Pflanzen und Tiere, die diese Verbindung oder das Oxidationsprodukt Ameisensäure enthalten. Diese Verbindung wird technisch in sehr großer Menge hergestellt. Diese Verbindung wird verwendet zur Desinfektion und Konservierung (Formalin-Lösung, Kosmetika), zur Herstellung von Spanplatten, Klebern, Aminoplast-Ortsschäumen, Lacken, Farben, Holzschutzmitteln usw. Als kritisch sind vor allem Teile aus Spanplatten, verleimten Holzwerkstoffen (Parkett, evtl. Sperrholz) sowie der Einsatz von Harzen und Klebern anzusehen. Besonders auffällig sind harnstoffharz-verleimte Spanplatten. Diese Materialien geben fortlaufend, vor allem bei Zutritt von Feuchtigkeit (Luftfeuchtigkeit), Formaldehyd ab. Dies geht im Extremfall so lange, bis kein aus Formaldehyd hergestelltes Material mehr vorhanden ist und die Spanplatte zerfällt. Der Hauptbestandteil der Formaldehyd-Emissionen in der Außenluft dürfte durch Verbrennungen zustande kommen (Autoabgase, Holzfeuer, Abfallverbrennung u. a.). In der Innenluft dürften die im vorigen Absatz genannten Materialien die Hauptverursacher sein. Dazu kommen auch hier Emissionen durch Verbrennungsvorgänge (Kochen mit Holz und Gas, Rauchen). Die Aufnahme von Formaldehyd erfolgt überwiegend über die Atmung. Es wird im Atemtrakt vollständig aufgenommen. Auch niedrige Konzentrationen reichen aus, um bei einmal sensibilisierten Personen entsprechende Reaktionen auszulösen bzw. chronisch zu unterhalten. Das allergische Kontaktekzem ist vermutlich nicht nur eine Hauterkrankung, sondern weist auf eine Schädigung des Immunsystems hin. Chronische Belastung mit ständiger Reizung der Atmungsorgane lässt die Schleimhäute anfällig werden gegenüber Pollen, Schimmelpilzen, Umweltgiften usw. Dies führt wiederum zu weiteren allergischen Reaktionen. Als Folge chronischer Einwirkung sind auch Nieren-, Leber- und Lungenschäden möglich.
Quelle: www.baubiologie.net

Gefahr der Hautresorption. Gefahr der Sensibilisierung der Haut.
Alte Bewertung von Formaldehyd durch IARC und BfR: krebserzeugend für den Menschen. Es besteht der Verdacht auf krebserzeugende Wirkung.

Die EU hat eine Neueinstufung von Formaldehyd vorgenommen: Zum Stichtag 1.1.2016 gilt es als Karzinogen der Kategorie 1B und als Mutagen der Kategorie 2.

« zurück zum Glossar Baubiologie