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PCP wurde jahrzehntelang als Fungizid (Imprägnierungsmittel gegen Pilzbefall) und Insektizid (Mittel gegen Insektenbefall) eingesetzt und kommt inzwischen praktisch überall in Spuren vor. Haupteinsatz war die Verwendung in Holzschutzmitteln, die häufig auch zur Behandlung von Holz in Innenräumen (z.B. Nut- und Feder-Holzverkleidungen) eingesetzt wurden. Weitere Einsatzmöglichkeiten und damit weitere Quellen für PCP-Belastungen in Wohnräumen sind das Behandeln und Imprägnieren von Leder (Schuhe, Textilien, Sitzgarnituren), Latexmilch (Latexprodukte wie z.B. Latexmatratzen), Naturmaterialien (Wolle, Kokos) und Schwertextilien (Zelten u.a.).
1979 hat das Bundesgesundheitsamt dringend vor einer Anwendung von PCP-haltigen Holzschutzmitteln in Innenräumen gewarnt. Seit etwa 1985 wurde von den meisten Holzschutzmittelherstellern in Deutschland kein PCP mehr eingesetzt. Am 12. Dezember 1989 wurden Herstellung, Verwendung und das In-Verkehr-bringen von PCP verboten. Die Chemikalien-Verbotsverordnung vom 14. Oktober 1993 verbietet Zubereitungen mit einem Gehalt von mehr als 0,01 % (= 100 ppm) PCP und damit behandelte Teile mit einem Gehalt an PCP von mehr als 5 mg/ kg (= 5 ppm).
PCP wurde und wird aber noch immer in anderen Ländern, auch innerhalb der EU, eingesetzt, so dass durch importierte Produkte aus Leder und anderen Naturmaterialien weiterhin Belastungen mit PCP verursacht werden können. Das sogenannte „Holzschutzmittelsyndrom“ kann nach jahrelanger Exposition gegenüber PCP in Wohnräumen auftreten und äußert sich hauptsächlich durch Schädigungen am Nerven- und Immunsystem. Auftretende Symptome können chronische Ermüdung und Erschöpfung, Kopfschmerzen oder Reizung der Haut und Schleimhäute sein. Die Aufnahme von PCP in den Körper ist durch die Haut, Schleimhäute und die Atemwege möglich. Bei Arbeiter/innen, die PCP ausgesetzt waren, wurden Akne, Schwäche der Beinmuskulatur, psychopathologische Störungen, Leberschäden und chronische Bronchitis beobachtet. Es wurden auch Kopfschmerzen, Müdigkeit und Reizung der Haut und Schleimhäute bei Kontakt mit PCP-behandeltem Material beobachtet.
Quelle: www.baubiologie.net

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