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Messmethode für elektrische Wechselfelder – gemeint ist“erdpotenzialfrei“

Wolfgang Maes beschreibt das sehr schön: „Beide Feldmessmethoden – gegen Erde und potenzialfrei – haben im baubiologischen Alltag Stärken und Schwächen und sorgen gemeinsam für mehr Sicherheit. Die Methoden ergänzen sich, sie ersetzen sich nicht. Nicht entweder…oder, sondern sowohl…als auch. In bestimmten Situationen, in der die eine schwächelt zeigt sich die andere aussagestärker – und umgekehrt. Es sind beim geringsten Verdacht auf eine fehlerträchtige Situation beide Methoden einzusetzen… Vergleiche sind nur mit denselben Messmethoden möglich.

Beispiele für Vor- und Nachteile: Die erdbezogene TCO-Methode schwächelt mit der Folge falscher Messergebnisse, wenn der Bezug Erdung nicht optimal ist; kein Problem für die potenzialfreie Messung. Die potenzialfreie DIN/VDE-Methode schwächelt, wenn feldbedingte Potenzialgefälle nicht ausgeprägt sind oder fehlen, weil aus verschiedenen Richtungen einwirkende Feldquellen ähnlich oder gleich stark sind, dann werden die Messwerte trotz offensichtlicher Emittenten zu gering oder gar nicht auffallen; kein Problem für die erdbezogene Messung. Vorsicht bei der TCO-Messung mit geerdeten Flächen und Gegenständen in der Nähe, das gilt auch für die Kontrolle von großflächigen Abschirmmaßnahmen. Vorsicht bei der DIN/VDE­Messung mit allen leitfähigen Materialien und Menschen im Feld und in der weiteren Umgebung, mehrere Meter Abstand sind nötig.

Die eindimensio­nale TCO-Messung ist bei optimaler Ausrichtung zum Feldmaximum besonders gut für die Quellensuche und -lokalisierung geeignet („Emissionsmes­sung“).

Die dreidimensionale DIN/VDE-Messung ist richtungsunabhängig besonders gut für die Erfassung der Summe von Feldquellen an einem Punkt geeignet („Immissionsmessung“). “

Quelle: Standard der baubiologischen Messtechnik 2015, Messtechnische Randbedingungen, 5.Entwurf, 5/2015

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