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Radon ist ein Edelgas, das durch Kernumwandlung aus Uran und Radium entsteht. Radongas wandelt sich um in radioaktive Erscheinungsformen (Isotope) der Schwermetalle Polonium, Blei und Wismut. Im allgemeinen Sprachgebrauch schließt der Begriff Radon meistens auch die Zerfallsprodukte ein. Ist nur Radon gemeint und sollen die Zerfallsprodukte ausdrücklich ausgeschlossen werden, wird von Radongas gesprochen.

Es ist farb-, geschmack- und geruchlos und kommt in Gegenden mit Granitgestein in besonders hohen Konzentrationen vor. Als Gas breitet es sich leicht im Boden aus und dringt aus der Bodenluft über Kellerwände und Fundamente in Gebäude ein. Tritt Radon aus dem Boden in die Atmosphäre aus, wird es in der Außenluft sehr schnell verteilt, so dass in der Außenluft deutlich geringere Konzentrationen als in der Bodenluft vorliegen. Übliche Konzentrationen in der Außenluft liegen zwischen 10 und 30 Becquerel (Bq)/m3 (1 Bq bezeichnet einen radioaktiven Zerfall pro Sekunde). In Deutschland gibt es einige Regionen mit einem besonders hohen Radongehalt des Bodens. Zu diesen Regionen gehören einige Teile des Bayerischen Waldes, des Schwarzwaldes, des Fichtelgebirges sowie des Erzgebirges und die Eifelregion.

Eingeatmetes Radon führt durch seine alpha-strahlenden Zerfallsprodukte zu einer erhöhten Strahlenexposition der Lunge. Dies erhöht das Lungenkrebsrisiko. Nach dem Tabakrauch wird Radon als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebserkrankungen in Deutschland angesehen. Die Höhe des Risikos, an Lungenkrebs zu erkranken, steigt mit der Höhe der Konzentration des Radons in der Raumluft und mit der Aufenthaltsdauer im Raum. Nach den Ergebnissen epidemiologischer Studien aus der Wohnbevölkerung in Schweden, England und Deutschland nimmt das Lungenkrebsrisiko um etwa 10 % zu, wenn die Radonkonzentration um 100 Bq pro m3 ansteigt.
Das Radon stellt damit das wichtigste Innenraumkanzerogen dar.

Quelle: UBA

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