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Do-It-Yourself-Messungen durch Sedimentation (über einen bestimmten Zeitraum offen stehende Petrischalen) liefern keine reproduzierbaren Ergebnisse und werden für Innenräume nicht empfohlen!
Beim Sedimentationsverfahren werden Platten (Petrischalen) mit Nährmedien für eine bestimmte Zeit im Innenraum aufgestellt, um damit die sich aus der Luft absetzenden Schimmelpilze aufzufangen. Zahlreiche Anbieter vertreiben derartige Schnelltest- oder Do-It-Yourself-Kits und geben auf Grund der Ergebnisse sogar Empfehlungen ab.
Die Platten mit den Nährmedien können allerdings nur kurze Zeit offen ausgelegt werden, da ansonsten die Nährbodenoberfläche austrocknet. In dieser Zeit wird aus dem Bioaerosol der Luft in Abhängigkeit von der Schimmelpilzsporengröße und deren Aggregatzustand nur ein Bruchteil der vorhandenen Schimmelpilze sedimentieren. Viele Schimmelpilze bilden überdies sehr kleine Sporen (Aspergillusarten haben z.B. Konidiosporen von nur 2 – 3 μm Durchmesser), die sehr lange in der Luft schweben und sich nur wenig absetzen, so dass sie mit dem Sedimentationsverfahren nicht gut erfasst werden. Auf Grund der oft hohen Luftturbulenzen in der Außenluft ist ein Vergleich von Innen- mit Außenluftproben nicht möglich. Bei Do-It-Yourself-Tests, bei denen meist nur eine Platte pro Raum ausgelegt werden soll, kommen extrem hohe Messunsicherheiten und die möglichen Fehler im Handling und Probenversand dazu.
Mit dem Sedimentationsverfahren können daher keine reproduzierbaren quantitativen Ergebnisse erhalten werden.
Quelle: UBA, Entwurf Schimmelpilzleitfaden 2016

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