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Silikatfarben, auch Mineralfarben genannt, enthalten neben anorganischen Farbstoffen als Bindemittel Wasserglas. Durch die Verwendung von Silikatfarben können Innenraumluftbelastungen deutlich reduziert werden.

„Silikatfarben (Wasserglasfarben)
Die besondere Zusammensetzung von Silikatfarben
verleiht ihnen besondere Eigenschaften.
Zur Herstellung wird Quarzsand
(Silikat) mit Pottasche (Kaliumcarbonat)
unter Hitze geschmolzen und zu einer
wässrigen Silikatschmelze verarbeitet, dem
sogenannten Kali-Wasserglas, welches als
Bindemittel verwendet wird. Ein Anstrich
bildet daher nicht wie andere Anstriche eine
Schicht, sondern verbindet sich unter dem
Einfluss des Kohlendioxids der Luft durch
Verkieselung unlösbar mit dem Untergrund.
Zum Abbinden setzen Silikatfarben also einen
siliziumhaltigen Grund voraus. So eignen
sie sich auf vielen mineralischen Untergründen
wie Kalkmörtel, Putzen aus Kalk
oder Kalkzement, Beton oder Natursteinen,
nicht aber auf Gips. Durch die Verkieselung
werden Silikatfarben insgesamt sehr „hart“,
wasserfest, witterungs- und säurebeständig
und wirken auf diese Weise sogar fungizid
und antibakteriell. Die Silikatfarben werden
„nass-in-nass“ aufgetragen und ansatzfrei
verarbeitet. Bei mehreren Anstrichen ist
eine längere Zwischentrocknung unbedingt
anzuraten (min. 12–18 h, bei feuchter und
kühler Witterung mehr). Silikatfarben sollten
nicht bei Sonne oder Wind, starker Beheizung
oder Zugluft verarbeitet werden. Zu
schneller Wasserentzug beeinträchtigt die
Verkieselung.“
Quelle: FNR

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