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Die Gattung Stachybotrys umfasst ca. 15 Arten, die im Boden, auf zerfallendem Pflanzenmaterial, Heu, Stroh, Blättern und Samen vorkommen. In Innenräumen findet man sie auf Zellulosematerialien wie Gipskartonplatten, Jute, Korbmöbeln, und Papier. Stachybotrys in Innenräumen ist immer ein Hinweis auf massive Feuchtigkeitsprobleme im Gebäude. Pilze der Gattung Stachybotrys können Mykotoxine (Pilzgifte) bilden, die hauptsächlich über die Sporen in die Raumluft gelangen und beim Einatmen (Inhalation) verschiedene Beschwerden verursachen können. In der Literatur werden folgende Wirkungen beschrieben (Johanning (1998), Allergene und giftige Schimmelpilze in Innenräumen, in: Diel/Feist/Krieg/Linden, Ökologisches Bauen und Sanieren, 154-163): Durch die Hemmung der Protein-, RNA- und DNA- Synthese können Störungen des Immunsystems wie Immunsuppression und -fehlfunktion auftreten, die zytotoxische Wirkung führt zu Blutungen, dermalen Nekrosen, Ciliardisfunktion und -defekten. Die teratogene Wirkung begünstigt die Bildung von embryonalen Fehlbildungen. Bei exponierten Patienten werden vielfältige unspezifische gesundheitlicher Beschwerden und Krankheitsbilder beschrieben, wie Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege, Kopfschmerzen, allergischer Schnupfen, Nasenbluten, Halsschmerzen, Reizhusten, Kurzatmigkeit, Engegefühl oder Brennen in der Brust, Augenreizungen, Hautreizungen, grippeähnliche Beschwerden, übermäßig starke körperliche und geistige Erschöpfung (Chronic Fatique Syndrome), Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen, depressive Verstimmung, Magen- Darmstörungen. Bei Haustieren, die kontaminiertes Heu oder Stroh gefressen oder kontaminiertes Material inhaliert hatten wurden akute Vergiftungen beschrieben. Stachybotrys-Sporen können Typ I Allergien auslösen.
Quelle: www.baubiologie.net

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