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Kurz gesagt: Dispersionssilikatfarben, auch Innensilikatfarben genannt,sind eine Mischung aus einem kleineren Teil Kunstharzdisperionsfarbe und einem größeren Teil Silikat.

Durch den alkalischen Anteil brauchen diese „eigentlich“ keine Konservierungsmittel, aber VORSICHT:
Oft sind in den zugehörigen Abtönpasten deutliche Mengen hochallergener Isothiazolinone enthalten. Manche Hersteller verwenden gleich mehrere Isothiazolone, die dann jeweils unter der Deklarationsschwelle von 50ppm enthalten sind –> und so kein Allergikerhinweis aufgedruckt werden muß!
In der Folge gab es bereits allergische Reaktionen und entsprechend enttäuschte Anwender …

 

„Aufgrund der raschen Entwicklung der Petrochemie in den letzten Jahrzehnten haben immer mehr organische Verbindungen in der Putz- und Anstrichstechnologie Anwendung gefunden. Putze mit organischen Bestandteilen eignen sich aber nur bedingt oder überhaupt nicht für eine reine Silikatfarbe, deren Bindemittel (Wasserglas) einen reinen mineralischen Untergrund als chemischen Reaktionspartner braucht. Um auch auf teilweise organisch gebundene Putze streichen zu können, wurde die Dispersionssilikatfarbe (Bezeichnung nach DIN), in der Schweiz auch Organosilikatfarbe genannt, entwickelt.

Dieser Farbtyp enthält einen organischen dispergierten Bindemittelzusatz (Acrylbinder) und in der Regel auch hydrophobierende (= wasserabweisende) Bestandteile. In der Deutschen Industrie Norm DIN 18.363 2.4.1. wird der gesamte organische Anteil einer Dispersionssilikatfarbe auf max. fünf Masseprozente beschränkt. Damit ist gewährleistet, dass der bauphysikalisch wichtigste Aspekt der reinen Silikatfarbe, nämlich die hohe Dampdiffusionsfähigkeit, nicht beeinträchtigt wird. Bis zu einem organischen Anteil von fünf Prozent entsteht noch keine dampfdiffusionshemmede Filmbildung in der Anstrichsmatrix.

Quelle: Fa. KEIM, Broschüre: Einführung in die Mineralfarben“

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