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Schlacken aus der Kohleverbrennung und aus anderen industriellen Prozessen waren bis in die 1960’er Jahre ein relativ häufiges – weil auch heute noch kostengünstiges – Material für Fehlbodenschüttungen. Schlacken aus der Kohleverbrennung fielen in vielen Industriebetrieben mit eigener Energieerzeugung und Stadtgaswerken in großen Mengen an.
Auch in späteren Jahren wurde das Material im Bauwesen eingesetzt – Klarheit bringt nur eine Untersuchung des Einzelfalls, insbesondere über Messung der Radioaktivität / Gammaspektroskopie.

Kohlen, vor allem Braunkohle, aber auch Steinkohle, weisen je nach Herkunft und Bildungsbedingungen schwach erhöhte Aktivitäten an natürlichen Radionukliden, überwiegend jener der Uran-Radium-Zerfallsreihe, auf. Bei der Verbrennung oder Verkokung der Kohlen erfolgt in den Schlacken durch den Massenverlust eine relative Anreicherung der Radionuklide.
Auch von Pyrit (FeS2 – Eisendisulfid) ist bekannt, dass er je nach Herkunft höhere Anteile an natürlichen Radionukliden aufweist, die sich nach der „Pyritröste“ in der entstehenden Schlacke (und den Stäuben) anreichern.
Schlacken sind nur mit Einschränkungen als Baumaterial geeignet. Wichtigstes Kriterium ist die Einhaltung einer zusätzlichen Strahlenexposition für Einzelpersonen der Bevölkerung, die aus offizieller Sicht 1 mSv/a nicht überschreiten sollte – aus baubiologischer Sicht so gering wie irgend möglich gehalten werden sollte.
Siehe Baustoffradioaktivität

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